ROMEO UND JULIA AUF DEM DORFE. Delius

MUSIKALISCHE LEITUNG Paul Daniel
BÜHNEChristian Schmidt
DRAMATURGIENorbert Abels
KOSTÜMSaskia Rettig
LICHTOlaf Winter
CHORMatthias Köhler
KINDERCHORSOLIMatthias Ehmann
STATISTERIEOper Frankfurt
MIT:Amanda Majeski
Jussi Myllys
Johannes Martin Kränzle
Magnús Baldvinsson
Dietrich Volle
Chiara Bäuml
Julia Heße
Yvonne Hettegger
Magdalena Tomczuk
Natascha Djikanovic
Hyun Oul Cho
Garegin Hovsepian
Ludwig Höfle
Pavel Smirnov
Matthias Holzmann
Gerhard Singer
Sung Ho Kim
Birgit Treschau
Fotos: Barbara Aumüller

„ (…) die viel beachtete Premiere gestern Abend in Frankfurt zeigte, dass Delius mit ‚Romeo und Julia auf dem Dorfe‘ eine so verstörende wie beklemmende Studie über die Unmöglichkeit der Liebe geschaffen hat.(…)Wer einen Sinn hat für diese Art Innerlichkeit, für Melancholie und Weltschmerz, der wird sich bei Frederick Delius und speziell dieser Inszenierung bestens aufgehoben fühlen.“   

Nachtkritik „Romeo und Julia auf dem Dorfe“, Autor: Peter Jungblut, Sendung: BR Klassik, B 5 aktuell

„… die ebenso poetische wie virtuose Inszenierung von Eva-Maria Höckmayr unterstützt das insofern, als sie das Geschehen nicht diachron nacherzählt, sondern sozusagen synchron zeigt: mit allgegenwärtiger Vergangenheit und immer wieder aufblitzender Zukunft.(…) Ohnehin gibt sich das Stück fast als eine sinfonische Dichtung mit szenischen Einlassungen, jedenfalls sind weite Strecken der Oper rein instrumental gehalten, womit die junge Regisseurin blendend umgegangen ist.“

Neue Zürcher Zeitung, Peter Hagmann, 27. Juni 2014

„Frankfurts Opernhaus traut sich was: Es zeigt eine bewegende Produktion der Oper ‚Romeo und Julia auf dem Dorfe‘. Regisseurin Eva-Maria Höckmayr vermeidet die obligaten Acker-, Stall-, Scheune- Versatzstücke, verschiebt stattdessen surreal Zeiten und Räume, lässt Innen und Aussen ineinander übergehen. (…) So gewinnt die Inszenierung im Bühnenbild Christian Schmidts an Kinetik und Vexierbild-Charakter, sie tendiert zum multiplen Totentanz.(…) Die Gefahr archaisierender Holzschnittgestalten ist dabei konsequent vermieden worden. Die Paradies-Vision wird nicht nur durch obligate Nacktheit evoziert, vielmehr sind Baum, Meer und Himmel vertikal verkehrt: Dass hier nichts ’stimmt‘, ist richtig. (…) Der Liebestod führt ins Nirwana.“

FAZ, Gerhard R.Koch, 24.6.2014

…was der jungen Regisseurin Eva-Maria Höckmayr und Bühnenzauberer Christian Schmidt (…) gelungen ist, waren eine fast zu Tränen, zumindest human tief anrührende Verdichtung von Liebesglück und Liebestod in 100 Minuten fabelhaften Theaterzaubers (…). Die heikelste Szene geriet zum Höhepunkt, Vrenis und Salis Nacht im ‚Paradiesgarten‘: einfach, überwältigend, unvergesslich. (…) Jubelstürme für ein tönendes ‚Be-Denk-Mal‘ auf dem Theater.“ 

Neue Musik Zeitung, Wolf-Dieter Peter, Juni 2014 

„Eva-Maria Höckmayr durchmischt in ihrer Inszenierung passend zur Musik Reales mit Surrealem und sorgt so für ein spannendes Saison-Finale.

Regisseurin Eva-Maria Höckmayr hat sich bei ihrem Frankfurt-Debüt ganz vom fließenden Charakter der Musik inspirieren lassen, einer Musik (…) die vor allem das ‚auszusprechen‘ vermag, was die handelnden Personen nicht wagen zu sagen, was sie denken und fühlen und was sie sich sehnsüchtig erträumen.(…)In diesem Ambiente erzählt Höckmayr Delius’ Oper einerseits als eine Geschichte von Hass und Habgier der verfeindeten Familienväter, andererseits – und dies vor allem – als eine Geschichte vom Erwachsenwerden, von zarten Gefühlen im Kindesalter und sexuellen Begierden im Jugendalter, von der Sehnsucht nach Hochzeitsglück, das sich freilich nur im Traum erfüllt und in der Realität in den selbstgewählten Tod durch Tabletten führt.“

Frankfurter Neue Presse,Michael Dellith, 24.6.2014

„Eva-Maria Höckmayrs Inszenierung setzt nicht auf lineares Erzählen, sondern auf bedeutungstragende Gleichzeitigkeiten und konstruktive Verwirrungen. (…)Romeo und Julia bleiben in dieser Inszenierung nicht auf dem Dorf. Ihr Dorf ist auch unsere Welt.“

Frankfurter Rundschau, Hans-Jürgen Linke, 23.6.2014  

„(…) die Frankfurter Inszenierung unter Eva-Maria Höckmayr entlockt dem Dorfdrama existenzielle Dimensionen.(…) Das Leben ein Traum, ein trauriger Traum vergeblicher Hoffnungen. Der dennoch Momente großer Schönheit und unaussprechlichen Glücks hervorbringt. Der Frankfurter Produktion gelingt Theater-Magie pur.“

Deutschlandfunk Kultur heute, 23.6.14, Christoph Schmitz

„Die Würzburger Regisseurin fand bei ihrem Frankfurt-Debüt starke Bilder für den unerbittlichen Psycho-Trip in die inneren Bezirke der seit Shakespeare unsterblichen Liebenden.(…) Filmemacher Ingmar Bergman kommt einem spontan in den Sinn angesichts dieser fantastischen Traumvisionen mit Sali und Vreli.(…) Nie alleingelassen von Höckmayr, deren intensive Personenregie deutlich wird.“

Offenbach Post, Klaus Ackermann, 24.6.2014   

„Das Dorf als privater Kriegsschauplatz von unentrinnbarer Enge (…) ist zu sehen, in allen Härten, und auch der Chor, das Volk, bleibt als unheimliche Dorf-Dämonie präsent. Das Glück dagegen wirkt ins Irreale multipliziert, in Gestalt von zahlreichen Brautpaaren, in denen sich Sali und Vreli erkennen lassen, als Kinder und als Alte, als Nackte und schließlich als Tote. (…) Nicht einmal kitschig ist das, sondern in schwebendem Ton bedrückend erzählt – großes Musiktheater eben.“

Wiesbadener Kurier und Allgemeine Zeitung Mainz, Axel Zibulski, 27.6.14

„Im gemeinsamen Spiel mit der ausladend suggestiven Musik von Frederic Delius, die wie ein wilder, strömender Fluss des Lebens deutbar ist, birgt diese Sicht in die Welt von Sali und Vreli bitter Wahres. (…) Eine Frankfurter Erstaufführung, die ans Herz geht und Spuren hinterlässt.“

Klassik.com, Barbara Röder, Juni 2014

„Umjubelte Premiere: An der Oper Frankfurt feierte Frederick Delius in Vergessenheit geratene Oper ‚Romeo und Julia auf dem Dorfe‘ einen späten Triumph.“

Darmstaedter Echo, Silvia Adler, 26.6.2014

„Für die Oper Frankfurt hat die Regisseurin Eva-Maria Höckmayr Delius‘ Oper inszeniert und das hat sie richtig gut gemacht. Ihre Inszenierung kann als beste der Saison bezeichnet werden. Denn das dramaturgisch schwache Stück hat sie facetten-, bilderreich und intelligent aufgearbeitet.(…) Für den Zuschauer ergibt dies ein abwechslungsreiches Erlebnis, die knapp 100-minütige Aufführung vergeht wie im Fluge.“

Kulturfreak, Markus Gründig, Juni 2014 

„Regisseurin Eva-Maria Höckmayr gewann mit ihrer Inszenierung dem ‚lyrischen Drama in sechs Bildern‘ eine erstaunlich politische Lesart ab.(…) Das lässt aufhorchen, zumal sich diese Interpretation förmlich in die Musik schmiegt.(…) Die Frage, ob Delius wiederentdeckt werden muss, bleibt eine akademische. So wie die Oper Frankfurt sie gelöst hat, ist aufregend und spannend, kann bei allem zarten Einfühlen, märchenhaftem Zauber und politischer Konnotation aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass erst diese Inszenierung von ‚Romeo und Julia auf dem Dorfe‘ der Komposition Leben eingehaucht hat.“

Main Echo Aschaffenburg, Anneliese Euler, 28./29.6.2014